XXVI

Aber erst muss man etwas empfinden, erst dann fließen die Worte.

Die Mützenfalterin

Wie wahr dieser Satz ist.

Wofür empfinde ich etwas? Ich stehe in der Buchhandlung, will mir das neue Buch von Schischkin holen und lande in der Informatik- und Mathematikabteilung. Zahlen, Formeln, Algorithmen ziehen mich an. Warum ich Germanistin geworden bin, frage ich mich und verschiebe auf dem Tablet eine Figur auf einem Spielfeld, indem ich Code schreibe. Wohin mit dem Leben, wenn die nächsten Jahre verplant sind. Ich wollte es so. Was empfinde ich dabei?

Ich behaupte schon lange nicht mehr, dass ich Sprache spannend finde. Manchmal denke ich es und werde müde. Ich langweile mich selber. Die Kluft zwischen Beruf und Berufung wächst. Auf einer Seite ist eine Leerstelle.

Angefangen zu bloggen habe ich, weil ich über Literatur schreiben wollte und drehe mich hier doch nur um mich selbst. Ich langweile mich selbst. Gestern dachte ich an einen Radikalschnitt. Im Ausmisten und Weglaufen bin ich gut.

Was macht ein gutes Lesetagebuch aus?