XXIV

Schreiben könne helfen, haben Forscher herausgefunden. Was passiert dann mit jemandem, der das Schreiben aufgegeben hat? Vor lauter Fragen nichs mehr zu schreiben hatte? Vielleicht braucht es keine Fragen, keine roten Fäden, vielleicht nicht einmal mehr Struktur. Vielleicht weisen einem die Worte den Weg, wenn man sie nur lässt.

XIII

Gerne würde ich mehr schreiben und fühle mich gleichzeitig durch die selbstauferlegte Begrenzung des Blogs blockiert.

Bei Gedichten ist es genau umgekehrt, da ist die Form ein Mittel zur Freiheit. Ich weiss, dass dieser Vergleich hinkt.

Überhaupt hangle ich mich von schlechten Vergleichen zu noch schlechteren. Mittlerweile habe auch ich angefangen zu hinken.

X

Ob ich es eines Tages bereuen werde, dass ich meine Tagebücher und sonstigen Aufzeichnungen regelmässig vernichte, sobald ein Heft vollgeschrieben ist? Dass ich privat nur um des Schreibens willen schreibe und keinen tieferen Zweck damit verbinde? Nicht einmal die private Dokumentation meines Lebens?

II

Im Netz beobachte ich, wie sich Menschen mit Tagebüchern auseinandersetzen. Ich war schon immer eine miserable Tagebuchschreiberin. Ich fing an und merkte, dass es nichts gab, worüber ich hätte schreiben können. «Schreiben heisst: sich selbst lesen», schrieb Max Frisch einmal. Manchmal dachte ich, ich sei mir nicht wichtig genug. Und doch drehe ich mich ständig nur um mich. Beobachte, lese, denke nach und lande immer nur bei mir.

Manchmal kann Schweigen gut sein. Manchmal bedeutet Schweigen Selbstauflösung. So lese ich weiter und hoffe.