IXX

Die Geschichte des Blogs ist eine Geschichte des Scheiterns und Neuanfangens. Was bleibt übrig, wenn alles verschwiegen wird? In der Kommentarschleife hängt seit Monaten etwas, ohne, dass ich moderiert hätte. Heute erledigt: Es handelte sich um Werbung für Männerunterhosen. So viel dazu. Im Bereich der Lektüre ebenfalls nur Ungelesenes. So auch der Horcynus Orca, der auf unbestimmte Zeit verschoben wurde. Auch hier nur Gescheitertes.

IX

Das Blog, das mich in den letzten Tagen nur über das Mobiltelefon reinliess und wie die kleine Tastatur die Schreibunlust nur noch förderte. Überhaupt streikt die Technik.

Die Reaktionen der arabischen Medien auf die Anschläge in Paris sind hochgradig erfreulich.

Ich habe es tatsächlich ausgehalten, nachdem ich Sterben abgeschlossen habe, drei Tage zu warten, bevor ich mit Lieben begann. Gestern angefangen zu lesen: in einer Verfassung, als ob ich Entzugserscheinungen hätte.

Immer noch der Wunsch zu schweigen.

II

Im Netz beobachte ich, wie sich Menschen mit Tagebüchern auseinandersetzen. Ich war schon immer eine miserable Tagebuchschreiberin. Ich fing an und merkte, dass es nichts gab, worüber ich hätte schreiben können. «Schreiben heisst: sich selbst lesen», schrieb Max Frisch einmal. Manchmal dachte ich, ich sei mir nicht wichtig genug. Und doch drehe ich mich ständig nur um mich. Beobachte, lese, denke nach und lande immer nur bei mir.

Manchmal kann Schweigen gut sein. Manchmal bedeutet Schweigen Selbstauflösung. So lese ich weiter und hoffe.